Alte Tradition neu aufgelegt

Eine Gruppe junger Autorinnen und Autoren hat eine alte Tradition der Stadt Sulzbach-Rosenberg wiederaufleben lassen: Bis Anfang der 1930er Jahre war der „Sulzbacher Kalender“ in ganz Deutschland bekannt. Bis zu 24 Ausgaben waren im Angebot und enthielten neben nützlichen Informationen für das ganze Jahr auch Geschichten und Anekdoten. Seit 2019 erscheint der Kalender mit neuen Ideen.

Die Gruppe junger Leute aus der Oberpfalz hat mit viel Kreativität einen inspirierenden „Mach-mit-Kalender“ entstehen lassen. Die selbstgemachten, originellen Geschichten, Bilder, Gedichte und Texte sprechen alle Menschen in der Region an. Mit seiner Editorial-Aufforderung zusammenzukommen, sich auszutauschen und gemeinsam Traditionen am Leben zu erhalten vermittelt das Autorenteam zugleich zwischen Jung und Alt.

Realisiert wurde das Projekt mit Unterstützung der Bundeskulturstiftung, der Druck des „Neuen Sulzbach-Rosenberger Kalenders“ erfolgte in der „Historischen Druckerei Seidel“, die Teil des Seidel'schen Verlagsarchivs ist. Das einzigartige geschlossene Ensemble bayerischer Kulturgeschichte besteht aus der Druckerwerkstätte, repräsentativen Wohn- und Geschäftsräumen, historischem Buchbestand und Verlagsarchivalien.
Schon 1664 war in der Stadt eine Druckerei errichtet worden, 1863 entstand dann am Marktplatz von Sulzbach der noch heute bestehende Druckereisaal. Johann Esaias von Seidel machte sie sogar zum größten grafischen Betrieb Bayerns. 1975 musste die Druckwerkstatt schließlich einstellen.

Der 2007 gegründete Verein „Historische Druckerei J. E. v. Seidel - Forum für Kunst und Kultur e.V.“ bemüht sich die historische Stätte zu erhalten und mit Leben zu füllen. Dank einer „sanften“ Sanierung kann seit April 2011 der Saal der Druckerei als Kleinkunstbühne genutzt werden. 
2008 ereignete sich noch dazu eine Sensation: In den Verlagsräumen entdeckte man die bislang unveröffentlichte Bildergeschichte „Der Kuchenteig“ von Wilhelm Busch.