Vereinbarten im Beisein von Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz (li.) und Bürgermeister Karl Lappe (zweiter v. li.) die Zusammenarbeit für ein einmaliges Haus: Brigitte Trausch vom örtlichen Verein und Johannes Haslauer von Kulturerbe Bayern (Mitte).

Kulturerbe Bayern hilft bei der Rettung des Musikerhauses in Mistelgau

Gemeinschaftlich geschichtsträchtige Häuser erhalten: Als ersten Projektpartner unterstützt Kulturerbe Bayern den Verein "Rettet die Fachwerk- und Sandsteinhäuser!" dabei, ein Sandsteinhaus mit schmucken Fensterschürzen in Mistelgau im Landkreis Bayreuth instand zu setzen und wieder bewohnbar zu machen. Das für die Region typische und doch besondere Haus ist der erste Partner-Schützling von Kulturerbe Bayern.

Oberfrankens Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz begrüßte bei der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags in Mistelgau die Zusammenarbeit der beiden Initiativen: "Es braucht Bürgerinnen und Bürger, die sich begeistern lassen von den Geschichten, die in alten Mauern stecken. Es braucht Engagierte, die ein Bewusstsein für den Wert alter Bausubstanz wecken, die uns aufzeigen, wie bedeutsam historische Bauten für ein Ortsbild und letztlich für die Identität eines Ortes und einer ganzen Region sind."

„Dass Kulturerbe Bayern uns bei der Rettung des Hauses hilft, sehen wir als besondere Würdigung unseres Vorhabens an. Wir wollen daher alle ermuntern, das Projekt ebenfalls zu unterstützen. Gemeinsam wollen wir ein Haus wieder mit Leben füllen, das typisch für den Ort und die Region ist“, sagt Brigitte Trausch, Erste Vorsitzende des Vereins Rettet die Fachwerk- und Sandsteinhäuser! e.V.

2018 hatte der Verein Rettet die Fachwerk- und Sandsteinhäuser! e.V. das denkmalgeschützte Haus mit der Adresse Bahnhofstraße 5 erworben. Vier unterschiedliche Fensterschürzen schmücken dessen Fassade, darunter ein absolutes Unikat: Eine etwa ein Quadratmeter große Fensterschürze unter dem Giebelfenster zeigt eine Geige mit Bogen umgeben von Klarinette und Flöte. Die handgemeißelten Musikinstrumente erinnern daran, dass der einstige Bauherr Konrad Knörl, der das Haus 1837 nach einem Dorfbrand errichtet hatte, als Musiker diese Instrumente wohl auch spielen konnte.

Fensterschürzen sind eine einzigartige und einmalige Kunstform an den meist zur Straße hin ausgerichteten Giebeln bei Bauernhäusern aus Sandstein im Land um Bayreuth. Mit den kunstvollen Verzierungen wollten die Bauherren ihren Wohlstand demonstrieren. Die Instrumente am Musikerhaus in Mistelgau sind etwas ganz besonderes.

Für die Rettung des Musikerhauses möchte Kulturerbe Bayern helfen, ein tragfähiges Nutzungskonzept zu erarbeiten. Auch beim Einwerben der finanziellen Mittel und bei der Instandsetzung wird sich Kulturerbe Bayern für den Partner-Schützling engagieren. Der Mistelgauer Bürgermeister Karl Lappe lobte bei der Unterzeichnung der Vereinbarung das Engagement der Menschen für das ortsbildprägende Haus und stellte weitere Unterstützung in Aussicht.

Als Grundlage der Zusammenarbeit ist der Verein Rettet die Fachwerk- und Sandsteinhäuser! Mitglied bei Kulturerbe Bayern geworden. Umgekehrt heißt der oberfränkische Verein die bayernweite Initiative Kulturerbe Bayern als sein 250. Mitglied willkommen.