Diese Türen sollen sich wieder öffnen. Das Gebäude Judengasse 10 in Rothenburg ob der Tauber ist der erste Schützling von Kulturerbe Bayern.

Unser erster Schützling: Judengasse 10 in Rothenburg ob der Tauber

Rothenburg ist weltberühmt für seine faszinierende Altstadt. Doch im Stadtkern gibt es einen notleidenden Schatz - ein spätmittelalterliches Wohnhaus mit einzigartigen historischen Ausstattungsmerkmalen. Es ist der erste Schützling von Kulturerbe Bayern. Die Initiative wird das geschichtsträchtige Gebäude unter möglichst breit angelegter Beteiligung der Menschen in Bayern denkmalgerecht instand setzen und mit einer attraktiven und lebendigen Nutzung dauerhaft erhalten. 

Der erste Schützling von Kulturerbe Bayern ging als Favorit aus einem Aufruf hervor, den die Initiative unter ihren Mitgliedern gestartet hatte. Gesucht waren geschichtsträchtige Gebäude, die gefährdet sind, aber unter aktiver Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger gerettet und wiederbelebt werden können. Vorgeschlagen hat den Schützling der bisherige Eigentümer, der Verein Alt-Rothenburg e.V. Er hatte das Gebäude erworben, um es vor dem Schlimmsten zu bewahren. 

Weit über Rothenburg hinaus von Bedeutung

Für das mittelalterliche Wohngebäude sprach seine herausragende kulturhistorische Bedeutung für die Stadt, aber auch weit darüber hinaus. Das Haus beherbergt die bislang einzig bekannte Mikwe Rothenburgs – ein jüdisches Ritualbad – und eine jahrhundertealte Bohlenstube. In Rothenburg existiert das einzige nahezu vollständig erhaltene Judenviertel im gesamten deutschsprachigen Raum. Entgegen des Namens lebten hier Juden und Christen zusammen. Vor allem Handwerker hatten sich hier angesiedelt. Mit dem Verein Alt-Rothenburg steht Kulturerbe Bayern vor Ort ein starker und kompetenter Partner zur Seite.

Die Bohlenstube im mittelalterlichen Wohnhaus in der Judengasse in Rothenburg
Die jahrhundertealte Bohlenstube kann wieder zum gemütlichsten Raum im ganzen Haus werden.

Einer der das Haus wie kaum ein zweiter kennt, ist Eduard Knoll, Architekt und Ehrenmitglied des Vereins Alt-Rothenburg. Er berichtet, dass das Gebäude laut dendrochronologischen Untersuchungen gemeinsam mit dem benachbarten Haus Nummer 12 um 1409 erbaut wurde. Es hat sich in seiner ursprünglichen Form bis in die Gegenwart erhalten - auch wenn es sich heute in einem dringend rettungsbedürftigen Zustand befindet. „Die Bedeutung des Hauses“, erzählt der ehemalige Stadtheimatpfleger, „wurde erst 1985 erkannt. Seit dieser Zeit stirbt das Gebäude so langsam vor sich hin. Die Rettung dieses bedeutenden Hauses ist jetzt noch möglich“.

Kulturerbe Bayern hat sich eine gemeinschafltiche Rettungsaktion auf die Fahnen geschrieben. Die Initiative wird das Gebäude erwerben und es unter breiter Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger denkmalgerecht instand setzen. Eine attraktive und lebendige Mischnutzung aus Erleben, Treffen und Wohnen wird für den dauerhaften Erhalt sorgen. Helfen wird dabei als örtlicher Partner der Verein Alt-Rothenburg. Die Mikwe soll öffentlich zugänglich werden.

Dabei sein

Um das Gebäude wieder in ein echtes Schmuckstück zu verwandeln, brauchen wir Ihre Hilfe.

Werden Sie Volunteer, Spender oder Mitglied von Kulturerbe Bayern, damit wir dem geschichtsträchtigen Haus eine Zukunft geben können und unsere Initiative weiter wachsen kann.