Der parkähnliche Garten des Künstlerhaus Schätzl erhält im Rahmen des Denkmalschutz-Sonderprogramms XIV des Bundes eine Förderung in Höhe von 121.000 Euro.
Mit dem Programm unterstützt der Bund national bedeutsame Kulturdenkmäler. Für den Künstlergarten in Dillingen bedeutet die Zusage eine wichtige Perspektive: Die Mittel sollen dazu beitragen, die denkmalgeschützte Gartenanlage zu verjüngen und behutsam zu erneuern. Geplant sind unter anderem die Sanierung und Ertüchtigung der Gehwege.
Dass dieser Ort Schritt für Schritt weiterentwickelt wird, zeigt sich auch an anderer Stelle: Neben dem früheren Wohnhaus des Künstlers entsteht derzeit in einem Anbau ein vielseitig nutzbarer Veranstaltungsraum. Gemeinsam mit dem Garten eröffnet er künftig vielfältige Möglichkeiten, das Künstlerhaus Schätzl als lebendigen kulturellen Treffpunkt in Dillingen zu nutzen. So wächst hier nicht nur ein Ort des Bewahrens, sondern auch ein Ort der Begegnung, der Kunst und des Austauschs.
Ein besonderer Ort soll wieder als Ganzes erlebbar werden
Der örtliche Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange, der sich für die Förderung eingesetzt hat, bringt es auf den Punkt: Man wolle, dass der schöne Künstlergarten „wieder richtig glänzt“. Der bekannte Dillinger Künstler Lothar Schätzl und die von ihm wesentlich gestaltete Gartenanlage seien ein wichtiger Teil des reichen kulturellen Erbes der Stadt. Ziel sei es, dass Gartenanlage, Künstlerhaus und das Werk des Künstlers wieder zu einer Einheit verschmelzen.
Eine Förderung, die alles andere als selbstverständlich ist
Bei der Stiftung Kulturerbe Bayern, die als Treuhänderin der Lothar Schätzl-Stiftung wirkt, ist die Freude über die Zusage groß. Denn der Wettbewerb um die Mittel war enorm: Insgesamt standen in dem aktuellen Programm 35 Millionen Euro zur Verfügung, bei 520 eingereichten Anträgen mit einem Gesamtvolumen von rund 243 Millionen Euro. Das Programm war damit siebenfach überzeichnet.
Umso größer ist die Dankbarkeit, dass der Künstlergarten Villa Schätzl nun zu den geförderten Denkmälern gehört. Dr. h.c. Nikolaus Walther, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Kulturerbe Bayern, dankt ausdrücklich für die Unterstützung bei der erfolgreichen Einwerbung der Mittel. Johann Stadler, Mitglied des Stiftungsvorstands, unterstreicht die Bedeutung der Förderung: Sie sei eine wichtige Hilfe, damit dieses kulturelle Erbe bewahrt werden könne und auch für kommende Generationen erlebbar bleibe.
Das Erbe von Lothar Schätzl bewahren
Die Lothar Schätzl-Stiftung erhält den künstlerischen Nachlass des Malers ebenso wie den denkmalgeschützten Familienwohnsitz in Dillingen. Die Stiftung Kulturerbe Bayern begleitet diese Aufgabe als Treuhänderin.
Lothar Schätzl hinterließ ein umfangreiches und vielseitiges Werk. Überregionale Bekanntheit erlangte er vor allem als Porträtist, der die Menschen seines schwäbischen Umfelds mit großer Einfühlsamkeit und beeindruckender künstlerischer Sicherheit festhielt. Zugleich schuf er eindrucksvolle Charakterstudien von Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Geistesleben und Politik.
Mit der nun zugesagten Bundesförderung eröffnet sich die Chance, den Künstlergarten Villa Schätzl nicht nur zu erhalten, sondern ihn in seiner besonderen Atmosphäre und Aussagekraft wieder stärker zur Geltung zu bringen — als Ort der Erinnerung, der Kunst und der lebendigen Bau- und Gartenkultur.
