Ein Geburtstagsgeschenk für alle und für immer

Zum hundertsten Geburtstag des Freistaats haben acht Gründungsstifter die Stiftung Kulturerbe Bayern errichtet. Mit ihrem Engagement laden sie die Menschen in Bayern dazu ein, sich unter dem Dach von Kulturerbe Bayern gemeinsam für den Erhalt von einzigartigen Kulturschätzen einzusetzen. Einbringen kann sich jeder - als Mitglied, Volunteer, Spender oder Stifter. Gemeinsam Schätze erhalten - mit Tatkraft und Leidenschaft, so lautet das Motto. Wir stellen Ihnen die acht Kulturerbe Bayern-Wohltäter vor. Alles Gute zum Geburtstag, Freistaat Bayern!

Die acht Stifterinnen und Stifter haben insgesamt einen sechsstelligen Betrag zum Aufbau des Grundstockkapitals der Stiftung zur Verfügung gestellt – als Anreiz für andere, es ihnen gleichzutun.

Ursula Beyer (ehemalige Gymnasiallehrerin, Pfaffenhofen a.d. Ilm)
„Ich bin 1948 in Pfaffenhofen an der Ilm geboren, dort zur Schule gegangen, nach dem Studium der Anglistik und Germanistik und ein paar Jahren Schuldienst in anderen Städten dort wieder sesshaft geworden, privat und beruflich. Nicht erst in den letzten Jahren ist mir aufgefallen, dass in dieser Kleinstadt schöne historische Häuser verschwunden sind, darunter auch Baudenkmäler. Sogar am Hauptplatz, der unter Ensembleschutz steht, gingen historische Gebäude mit Charakter verloren. Das hat mich dazu gedrängt, mich für den Erhalt der baulichen Identität unserer Stadt einzusetzen. Da mein Herz für historische Gebäude und Ortsbilder schlägt, nicht nur in meiner Heimatstadt, begrüße ich die Gründung der Stiftung sehr und möchte selbst dazu beitragen, einen Keim zu pflanzen, der zu einem kräftigen Organismus wie dem britischen National Trust heranwachsen soll.“

Johann Böhmer (Jurist, Gröbenzell)
„Als ich von der Idee las, eine Stiftung für das bayerische Kulturerbe nach dem Vorbild des National Trust in England zu gründen, war ich sofort begeistert. Hinzu kam, dass ich Johannes Haslauer aufgrund seines Engagements u. a. für den Erhalt der Alten Schule in Puchheim und als einen der Initiatoren des Denkmalnetzes Bayern schon einige Jahre persönlich kenne und ihn von daher außerordentlich schätze. Das motivierte mich sehr schnell, Gründungsstifter zu werden. Jetzt hoffe ich auf viele tatkräftige und ebenso begeisterte Unterstützer und Multiplikatoren, um diese gute Idee nachhaltig zum Fliegen zu bringen.“

Dr. Andreas Hänel (Luft- und Raumfahrtingenieur, Umweltschutzingenieur, Unternehmer, Sulzemoos; Stifter und Mitglied des Vorstands der Stiftung Kulturerbe Bayern):
„Privat engagiere ich mich seit mehr als 25 Jahren für vom Abriss bedrohte historische Gebäude mit einem Fokus auf besonders gefährdete Bauernhäuser. Kulturerbe Bayern verfolgt damit Ziele, die praktisch deckungsgleich mit meinen eigenen Interessen sind. Kulturerbe Bayern kann allerdings in viel größerem Maße Schutz für gefährdete Gebäude bieten, als dies Einzelpersonen vermögen. Kulturerbe Bayern schließt mit seinem Ansatz eine wichtige Lücke in der Denkmalpflege in Bayern. Da ist es nun schon fast zwangsläufig, dass ich als Gründungsstifter meinen Beitrag leisten werde, um die Stiftung Kulturerbe Bayern zu einem guten Start zu verhelfen.“

Alexander Freiherr von Hornstein (Jurist, Ministerialdirigent a.D., Germering; Stifter und Mitglied des Vorstands der Stiftung Kulturerbe Bayern):
„Als ich 2014 gefragt wurde, ob ich an der Initiative zur Errichtung einer Einrichtung ähnlich dem englischen „National Trust“ für Bayern mitwirken möchte, habe ich sofort ja gesagt. Die Idee, durch ein landesweites bürgerschaftliches Engagement viele Kulturgüter Bayerns, die sonst unwiederbringlich verloren gehen, zu retten und auf Dauer zu bewahren, überzeugte mich sofort. Dass ich in einem so frühen Stadium der konzeptionellen Entwicklung hinzugezogen wurde, empfand ich zudem bald als echten Glücksfall. Es stellte sich nämlich heraus, dass ich auf viele Erfahrungen zurückgreifen kann, die ich während meines abwechslungsreichen Berufslebens in der bayerischen Justiz gewinnen konnte. Auch meine langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeiten in verschiedenen Stiftungen kommen mir jetzt zugute. Besonders ansteckend war ferner die Begeisterung, mit der alle übrigen Beteiligten an dem Konzept für eine Stiftung Kulturerbe Bayern mitarbeiteten. Das Konzept entspricht meiner tiefsten Überzeugung, dass in einer demokratischen Zivilgesellschaft jede Bürgerin und jeder Bürger aufgerufen ist, sich im Rahmen ihrer bzw. seiner Eignungen, Fähigkeiten und Möglichkeiten ehrenamtlich zu engagieren. Es macht zudem große Freude, sich gemeinsam für eine Sache einzusetzen, von der alle Beteiligte voll überzeugt sind.“

Dr. Gunther Kretschmer (ehemaliger Kieferorthopäde, Bernau am Chiemsee):
„Als letzter Spross eines uralten fränkischen Bauerngeschlechts, das seit dem 13. Jahrhundert in Ostmähren siedelte, fühle ich mich dem Land, der Kultur und der Sprache meiner Urahnen stets verbunden. Die Initiatoren von Kulturerbe Bayern scheinen mir sehr motiviert, kompetent und vom Staat gefördert zu sein. Nach diesen Überlegungen und weil ich mein Geld in Bayern verdient habe und dieses zum Erhalt des bayerischen Kulturguts gut investiert weiß, habe ich mich entschlossen, Mitgründer der Stiftung Kulturerbe Bayern zu werden.“

Anna-Maria und Rudolf Peter Ramelsberger (Rechtsanwältin und Rechtsanwalt, Passau):
„Wir sind seit vielen Jahre aktiv für den Denkmalschutz in Passau engagiert und haben seit 1993 verschiedene denkmalgeschützte Häuser in der Passauer Altstadt von Grund auf saniert. Dabei haben wir hochwertigen, zeitgemäßen Wohnraum geschaffen, der dazu beigetragen hat, die Altstadt von Passau zur Top-Wohnadresse werden zu lassen.
Wir haben im Jahre 1999 die Bayerische Denkmalschutzmedaille erhalten und auch schon mehrfach den Fassadenpreis der Stadt Passau.“

Dr. Markus Rieder (Jurist, München):
„Meine Frau und ich haben vor einigen Jahren ein denkmalgeschütztes Haus erworben und saniert. Es ist jetzt das Zuhause unserer Familie und wir können uns kaum mehr vorstellen, woanders zu wohnen. Der Denkmalvirus hat uns erwischt. Kulturerbe Bayern trifft einen wichtigen Nerv: breites bürgerschaftliches Engagement ist notwendig, um Bayerns kostbares Erbe gemeinsam lebendig zu halten und für die Zukunft zu erhalten. Mit der Stiftung Kulturerbe können wir dieses Ziel nachhaltig und dauerhaft unterstützen. Wir freuen uns, von Anfang an dabei sein zu können.“